Präambel

 

Am 24.06.11 fand in Kassel die Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes der Tafeln statt. U. a. wurde ein Leitbild für den Bundesverband erörtert. Unterstützt von diesen Ansätzen, haben wir ein Leitbild für die Osteroder Tafel entwickelt.

 

Das Leitbild beschreibt, worum es uns bei der Tafelarbeit geht und bringt unsere Gedanken auf eine Linie. Das Leitbild gibt für das Mitarbeiten ein klares Profil vor und zielt auf eine einheitliche Darstellung nach außen.

 

Leitbild der Osteroder Tafel

 

Wer wir sind

 

Wir sind ein unabhängiger, eigenständiger Verein, dessen Ziel darin liegt, Hilfe für Bedürftige durch ehrenamtliche Arbeit zu leisten. Diese Arbeit kann durch unterschiedlich finanzierte und geförderte Mitarbeiter unterstützt werden.

 

Was wir erreichen wollen

 

Die zentrale Aufgabe der Tafel besteht darin, überschüssige Lebensmittel, die nach den gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar sind, sowie Waren des persönlichen Bedarfs zu sammeln und diese an Bedürftige abzugeben. Dabei versuchen wir, möglichst viele Berechtigte als Kundinnen und Kunden für die Tafel zu gewinnen und damit ihre Lebensumstände zu verbessern.

 

Unser Handeln orientiert sich an Werten und wird von drei Grundsätzen geleitet.

 

Gerechtigkeit und Teilhabe

 

Jeder Mensch soll angemessene Chancen zur persönlichen, kulturellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entfaltung erhalten.

 

Nachhaltigkeit

 

Mit den erzeugten Lebensmitteln ist so umzugehen, dass sie den Menschen auch erreichen, keine Vernichtung, sondern „Essen wo es hingehört“.

 

Humanität

 

Jedem bedürftigen Menschen begegnen wir unabhängig von seiner Herkunft, seinen Möglichkeiten und Grenzen mit Respekt und achten seine Würde. Wir beklagen, dass es so viele Menschen in Not gibt.

 

Mit diesen Grundsätzen stellen wir uns unserer sozialen Verantwortung gegenüber bedürftigen und ausgegrenzten Menschen. Und wir nutzen als Tafel aktiv die Bereitschaft von Privatpersonen, Institutionen, kleinen und großen Firmen, sich ebenso der sozialen Verantwortung zu stellen, um die Lebensumstände von bedürftigen Menschen zu verbessern.

 

Nutzenversprechen gegenüber Interessengruppen

  • Wir kaufen keine Lebensmittel ein, sondern nutzen aktiv das Angebot von Spendern und Sponsoren.
  • Wir geben die gespendeten Waren unentgeltlich weiter, aber wir beteiligen unsere Kunden mit einem geringen -  angemessenen – Betrag an Kosten, die durch das Betreiben der Tafel entstehen.
  • Wir geben nur Waren aus, die wir selber noch verwenden würden.
  • Wir bieten in begrenztem Rahmen einen Mittagstisch für allein stehende, ältere Menschen an, um ihnen zeitweise Gemeinschaft zu ermöglichen.
  • Wir fühlen uns im Umgang mit unseren Kundinnen und Kunden sowie unseren Gästen den Werten der Humanität besonders verpflichtet.

 

Als eigenständige Organisation wird partnerschaftlicher, kooperativer Umgang mit anderen Tafeln gepflegt. Zum Wohle der Betroffenen arbeiten wir auch mit gesellschaftlich relevanten Akteuren und Organisationen zusammen.

 

Unsere Spielregeln

 

  • Gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz, Kompromiss- und Kritikfähigkeit bilden die Grundlage unseres Miteinanders.
  • Wir arbeiten teamorientiert und vertrauensvoll zum Wohle unserer Kunden.
  • Konflikte tragen wir offen und respektvoll aus.

 

Die Tafel hilft in der Not, aber kann nicht aus der Not helfen.

 

Tafelarbeit geschieht nicht im öffentlichen Auftrag, sie entbindet den Staat nicht von seiner Daseinsfürsorgepflicht.